Tourensteckbrief: Zwischen Alz und Salzach

Stammdaten der Tour:

Seebruck

Leicht

06:00 h

74.5 km

378 hm

581 m

380 m

Einige Ausblicke

Weitere Informationen:

Mittel

Rundweg

E-Biketour

Tourbeschreibung

Seebruck , Seehotel Wassermann

Charakteristik - Der Streckenverlauf dieser Tour berührt mit dem immer schon bayerischen Chiemgau und
dem früher salzburgischen Rupertiwinkel zwei historisch lange Zeit dynastisch getrennt gewesene Gebiete.
Geographisch, landschaftlich und kulturell waren sie jedoch immer eine Einheit und heute, wo auch an der
Salzach nur noch Schilder an die Grenze zwischen Bayern und Österreich erinnern, kann man wieder eine Art
„bajuwarische Einheit" verspüren. Besondere körperliche Anstrengungen werden auf der ganzen Strecke
nicht verlangt, man bewegt sich immer in ruhig-welligem, nirgendwo überlaufenem Bauernland und die unmittelbar angefahrenen Kleinstädte sind diesem behäbigen Charakter ihres Umlandes völlig angepaßt.

Streckenbeschreibung:

In der 'Haushofer Straße' mit M[Klosterweg] alzabwärts.In einer Linksschleife der < Alz > entfernt sich der Weg vom Fluß und führt über freies Gelände nach Stöffling. Durch den kleinen Ort mit seinem rekonstruierten
Keltengehöft hindurch und weiter nach Norden.

Im 'Samermoosweg' vorbei am Sportplatz zum Ortszentrum an der Kirche von Truchtlaching. Gleich nach der Kirche rechts in die 'Pattenhamer Straße' und über eine kurze Steigungsstrecke zum Ortsrand. Bei der nächsten Straßenkreuzung an einem Waldrand geradeaus mit M[oM], das Waldstück durchqueren und dann
wieder über freies Gelände nach Pattenham und Haßmoning. Im Ort wird links abgebogen > [Irsing], nach
nur 150 m wieder rechts abbiegen > [Irsing] und in leichtem Gefälle hinunter nach Irsing.

Irsing - Die Kirche St. Johannes Baptista birgt in ihrem Altarraum eine bemerkenswerte Pieta aus bemaltem Steinguß, die wohl in der Mitte des 15. Jh. entstanden ist.

Das schmale Sträßchen führt nun recht steil (!) hinunter ins Tal der . Über den Fluß und weiter zur B 304 und zum Bahnübergang. Gleich nach diesem links ab und hinauf nach St. Georgen.

St. Georgen - Die Pfarrkirche St. Georg steht beherrschend auf einem Höhenrücken über dem Trauntal. Im Hochaltar befindet sich eine gute Marienfigur vom Anfang des 16. Jhs.

In der 'Bräubergstraße' aus dem Ort heraus, vor dem letzten Anwesen rechts abbiegen und zum Radweg an
der Traunreuter Umgehungsstraße.

Traunreut - ist erst 65 Jahre alt. Im Jahre 1938 kaufte sich die Wehrmacht in den großen St. Georgs Forst ein und errichtete die Heeresmunitionsanstalt "Muna" St. Georgen. In mehr als 150 Holzbaracken, Steinhäusern und Bunkern wurden Granaten mit gefährlichen Säuren und Gasen gefüllt und in den Bunkern und Pulverhäusern gelagert. Um die "Muna" bewohnbar zu machen, mußte sie nach Kriegsende entgiftet werden. Die Bunker wurden gesprengt, die Holzbaracken, Stein- und Fertighäuser durften stehenbleiben und wurden Vertriebenen zugewiesen. Die heimatlosen Menschen schlugen Wurzeln und bauten unermüdlich auf. 1949
siedelten sich Industriebetriebe an, die die notwendigen Arbeitsplätze schafften. Auch die einheimische Bevölkerung ließ sich jetzt nieder, fand Wohnung und Arbeit. Am 1. Oktober 1950 wurde dann die Gemeinde Traunreut - damals 1381 Einwohner - gegründet. Die Gemeinde wuchs in einem ungeahnten Tempo: Im Jahre
1955 weihte man das erste Rathaus in Traunreut ein. 1960 wurde Traunreut, inzwischen 5800 Einwohner, zur Stadt erhoben. Heute ist die Industrie- und Einkaufsstadt Traunreut mit mehr als 21.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis.

Die Umgehungsstraße wird weiter geradeaus am Ortsrand verfolgt, auch dort, wo die M[Traun-Tachinger See] nach links abzweigt. Mit M[oM] gelangt man zu einer versetzten Straßenkreuzung, geradeaus nach dem
auf einer Anhöhe liegenden kleinen Ort Oberwalchen. Hier trifft man wieder auf die M[Traun-Tachinger See], die den Weiterweg über Wiesen, Felder und durch kleine Wälder anzeigt bis Brünning. An der Straßenspinne
im Ort genau nach Norden - also an der Kirche rechts vorbei - mit M[oM] aus dem Ort heraus. Nach etwa 1½ km trifft man auf eine Straßen-/Wegespinne und wiederum auf die M[Traun-Tachinger See]. Dieser folgend nach rechts und an einem Waldrand entlang nach dem auf einer Anhöhe gelegenen Harpfetsham.

Harpfetsham - Der ehemalige Pfarrhof von Palling besteht aus dem Pfarrhaus, einem barocken Putzbau mit Schopfwalmdach. Dazu gruppieren sich die Kapelle St. Jakobus, das sog. Kooperatorstöckl sowie Wirtschaftsgebäude mit Bundwerkverzierungen.

Der Weiterweg führt durch ein mooriges Waldstück nach Lampertsham und weiter über Burg zu dem an der Nordspitze des liegenden Tengling.

Tengling - Auf dem Kirchenhügel von Burg bei Tengling stand die Burg der Tenglinger, die zu den Begründern einer Linie der Aribonen wurden. Die Tenglinger wurden auch in der frühmittelalterlichen Literatur erwähnt. Sogar im lombardischen Sagenkreis wird der mannhaften Recken von Tengling gedacht. Die an Stelle der
Burg stehende Kirche St. Mariä Himmelfahrt wurde nach einem Brand 1532 in gotischen Formen wieder aufgebaut.

Mit M[Salzachtalradweg] erreicht man über den Ortsteil Furthmühle die kleine Kirche St. Coloman.

Kirche St. Coloman - Aussichtsreich über dem Nordende des Waginger Sees gelegen. Anfangs des 16. Jahrh. erbaut, mit einem Hochaltar der Salzburger Schule von 1515 aus der Werkstatt des
Gordian Guckh aus Laufen. Der Blick über den See nach Süden zeigt eine Landschaft, die an oberitalienische Seen erinnert.

Bei der Kirche von St. Coloman rechts abbiegen und mit M[Salzachtal] nach Osten. An Wilgering vorbei bis zu Einmündung in eine Landstraße, rechts ab nach Langwied. Kurz nach diesem kleinen Ort wieder im rechten Winkel nach links, an Gierling und Harmoning vorbei bis zu Bahnlinie Mühldorf - Freilassing, über diese hinweg und nunmehr nach Norden und weiter durch wunderbar ruhiges Land an einer Perlenschnur von kleinen Ortschaften vorbei: Niederstockham, Falting, Hof, Holzhausen, Mayerhofen, dann über den < Mühlbach > bei der versetzten folgenden Straßenkreuzung erst rechts, dann sofort wieder links, die beiden nächsten Weiler heißen Gramsam und Linerding, bei der nächsten Straßenkreuzung rechts [Kirchheim], nach ca. 250 m wieder von der Landstraße links abbiegen und in leichtem Gefälle hinein nach Tittmoning.

Tittmoning – Um 700 begab der Bayernherzog Theodebert das Kloster Nonnberg in Salzburg mit der »villa titamaninga«. Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Ort von den Salzburger Fürsterzbischöfen zur Grenzbastion gegen die Herzöge von Bayern ausgebaut. 1611 wurde in einer der Auseinandersetzungen zwischen Salzburg und Bayern der Ort von Herzog Maximilian I. eingenommen und die Burg so zerstört, daß sie nur noch als Jagdschloß und
Sommerresidenz der Fürsterzbischöfe wieder hergestellt wurde. Nach der Zerschlagung des Fürsterzbistums Salzburg gelangte Tittmoning 1816 endgültig an das Königreich Bayern. Die kulturelle Orientierung läuft jedoch nach wie vor in Richtung Salzburg. Der Stadtplatz ist in seiner Geschlossenheit und Raumwirkung einzigartig in Bayern. Geprägt wird er durch die Inn/Salzach-Bauweise
mit Blendfassaden und dahinter verborgenen Grabendächern. Breit und schwer sitzt über der Stadt das Schloß, das nach außen hin immer noch den Charakter der einstmaligen Festung zeigt. Im Schloß ist das Heimathaus des Rupertiwinkels untergebracht. Seine Sammlungen bieten einen Einblick in die
Kultur und Geschichte des Rupertiwinkels.

Nach dem Passieren des nördlichen Stadttores mit der M[Salzhandelsweg] ca. ½ km auf der B 20 steil aufwärts, dann links abbiegen > [Trostberg] und weiter aufwärts nach Grassach. Kurz vor dem Überqueren der
Tittmoninger Umgehungsstraße wechselt die Markierung auf M[Alz-Salzach]. Die Route führt weiter an die
Bahnlinie Mühldorf - Freilassing, welche bei Lanzing überquert wird. Nach dem Bauernhof links abzweigen
und M[oM] nach Ollerding, in die Landstraße rechts einbiegen, nach ½ km wieder rechts abbiegen und
durch Wald nach Guggenberg und Heigermoos. Weiter durch einen Waldgürtel, hinter dem Freutsmoos angefahren wird.

Freutsmoos - Die Kirche von Freutsmoos ist dem Hl. Laurentius geweiht und hatte in früheren Jahrhunderten am Patroziniumstag immer größeren Zulauf bis aus dem Innviertel. Dem gotischen Langhaus ist ein barocker Altarraum angebaut, aus dieser Zeit stammt auch der Turm.

Die Fahrt geht weiter durch das Bauernland der eiszeitlichen Hochterrasse zwischen Alz- und Salzachtal. Die
nächsten Ortschaften heißen Tyrlbrunn, Geiselfing und Wolfering. Hier wird die bisherige Markierung
verlassen und M[oM] rechts abbiegend weitergefahren nach Kaps. Weiter nach Westen bis zu dem beherrschend über dem Alztal liegenden Heiligkreuz.

Heiligkreuz - Die kleine Kirche weist großartige Details auf. Das beginnt am Portal, dessen schweres Tor mit spätgotischen Beschlägen verziert ist. Der Kruzifixus über dem Hochaltar ist ein Werk der Bildhauerfamilie Schwanthaler. Höchst eindrucksvoll ist vor allem die innige Pietà an der nördlichen Chorbogenwand.

In ziemlichem Gefälle (!) hinunter nach Wäschhausen, die Landstraße überqueren und an einem idyllisch gelegenen Reiterhof vorbei an die < Alz >, über die Brücke und sofort links auf dem Uferweg flußaufwärts. Unter der Eisenbahnbrücke hindurch und rechts haltend hinauf in die charmante Altstadt von Trostberg.

Trostberg -. Die zunächst direkt an der Alz liegende Grenze erklärt auch das beengte Bauen im alten Trostberg. Die Lage am schmalen Uferhang hat das Kuriosum der „Trostberger Orgel” hervorgerufen. Dies ist die Rückseite der östlichen Häuserzeile an der Hauptstraße. Zum Alzufer hin zeigen sich die schmalen Häuser
als kleine Wolkenkratzer und läßt sie in ihrer Aneinanderreihung eben wie Orgelpfeifen erscheinen.

Auf der B 299 aus der Stadt heraus, beim E-Werk über den Alzkanal und durch den Ortsteil Schwarzau nach
Altenmarkt und Kloster Baumburg, Der weitere Rückweg verläuft mit M[Klosterweg] zunächst bis zur Alzfähre bei Garsch. Nach dieser Mutprobe geht es im romantischen Alztal friedlich weiter über Massingmühle, Mörn, Höllthal, Apperting, Ischl und Pullach zurück nach Seebruck.

Zeichen und Schriftarten im Text:
Seebruck                       Von der Route berührter Ort
< [Traunstein]                Wegweiser
M[Salinenweg]              Markierter Radweg
M[oM]                              Ohne Markierung
'Bahnhofstraße'            Benannte Straße
< Traun >                       Berg-, Fluß-, See-, Flurname
Text und Gestaltung: hansdaxer@t-online.de

 

 

 

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Auftraggeber dieser Tour: