Tourensteckbrief: See, Moor und Mammut 53 km

Stammdaten der Tour:

Seebruck

Schwer

03:50 h

61 km

588 hm

646 m

518 m

Traumtour

Weitere Informationen:

Schwer

Einkehrmöglichkeit

Familientauglich

Kultur

Kulinarisch"

Rundweg

Beste Jahreszeit:

 


Tourbeschreibung

Seebruck , Seehotel Wassermann

Charakteristik -Wer da denkt, der Chiemgau wäre einfach nur lieblich, irrt sich gewaltig. Hier kann man tief in unsere Geschichte einsteigen. Angefangen von der Eiszeit über die Römerzeit und das Mittelalter bis in die Anfänge der Industrialisierung liegen Zeugnisse vor, seien es nun Landschaften, Fossilien, historische Plätze oder Bauwerke. Da lohnt es sich schon, auch einmal vom Fahrrad abzusteigen und etwas für den Geist zu tun. Oder einfach einmal dasitzen, in die Gegend schauen, staunen und die Seele baumeln lassen. Richtig anstrengend ist es auf dieser Tour nirgendwo, lediglich im Mittelstück einige harmlose Steigungen, alle ohne Schieben zu bewältigen.

Streckenbeschreibung:

Vom Seehotel Wassermann aus über die und dann links abzweigend mit M[Chiemsee-Rundweg] durch die 'Haushoferstraße' wieder an die „Küste” weiter, an ungezählten Badeplätzen vorbei zum kleinen Ort Arlaching. Hier wird das Seeufer verlassen und landeinwärts geht es M[oM], die Landstraße Seebruck - Traunstein überquerend und etwas ansteigend nach

Ising - Das neugotische Schloß Ising stammt aus dem 19. Jh. und ist ein Zentrum des Reitsports. Die Kuratie- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Ising ist eine der wenigen Kirchen im nördlichen Chiemgau, die in gotischer Schale Rokokoschmuck tragen.

Durch den kleinen Ort und hügelig über Wiesen und Wälder weiter nach Fehling. Gleich danach trifft die
Route auf eine Landstraße, rechts in diese einbiegen und an Weidach vorbei nach Egerer. Knapp nach dem
Ortsrand links abbiegen [Sondermoning] und mit M[Chiemsee/Waginger See] in ein paar Minuten nach
Sondermoning.

Sondermoning - Die Kirche St. Nikolaus und Johannes d. Täufer besitzt eine Kostbarkeit. Der Hochaltar, ein Flügelaltar ist das Werk zweier Bildschnitzer um 1490. Kern ist der Schrein mit den Figuren der beiden Kirchenpatrone.

An der Straßengabelung in der Ortsmitte links abbiegen. Bei Mögstetten trifft man auf die B 304, rechts einbiegen und dann unter der Bahnlinie hindurch nach Aiging. Ab hier mit M[Traun-Alz-Radweg] geht es nach Süden neben der Bahn und der B 304 zum Stadtrand von Traunstein und ca. ½ km nach dem Stadtrand links von der 'Wasserburger Straße' abbiegend im 'Empfinger Hohlweg' steil hinunter nach Empfing.

Bad Empfing - das Wildbad Empfing hat es schon seit dem Jahr 1547 gegeben. Die dort zutage tretende Herzog-Wilhelm-Quelle wurde im Volksmund das „Empfinger Wasser” genannt. Nach einer Beschreibung aus dem 19. Jh. sollte „dies Wildbad dazu dienen, erstlich allerlei Flüsse des ganzen Leibes auszutrocknen und
zu verzehren”.

Traunstein - Von Bedeutung ist eine Stadturkunde vom 25. Juli 1359, in welcher der junge Herzog Stephan II. das alte Recht der Salzniederlage bestätigt. Das größte Ereignis in der Geschichte der Stadt Traunstein ist die Errichtung einer Saline. In Reichenhall war 1613 eine 23-prozentige Solequelle zutage getreten, für deren Ausbeute es an Holz für die Sudpfannen fehlte. So faßte man den kühnen Plan einer „Pipeline”, in welcher die Sole 31 Kilometer weit bis Traunstein geführt werden sollte. Dort konnte man die riesigen Wälder der Umgebung zum Salzsieden ausforsten. Die Saline war bis 1912 in Betrieb. Noch heute steht auf dem Karl-
Theodor-Platz der größte Teil der Gebäude, die das Besondere einer solchen Salzsiedlung erkennen lassen. In der Mitte des Platzes erhebt sich die Salinenkapelle, die 1630/31 erbaut wurde. Die Pfarrkirche St. Oswald ist ein Werk des namhaften Kaspar Zucalli aus Graubünden. Berühmt ist der Traunsteiner Georgiritt am Ostermontag, bei dem mehrere hundert Pferde zum Ettendorfer Kircherl geritten werden und dort die Benediktion erhalten.

Die Route führt am linken Ufer der < Traun > um den Stadtkern herum und flußaufwärts weiter.

Traun - Ihre beiden Hauptzuflüsse Weiße und Rote Traun entstammen alpinen Einzugsgebieten. Im Vergleich zu anderen Flüssen hat die Traun ein sehr hohes Gefälle, was immer wieder zu großen und gefürchteten Hochwässern führt.

Nach Unterquerung der Salzburger Autobahn erreicht man das größte Dorf des Chiemgaus, Siegsdorf.

Siegsdorf - Das Siegsdorfer Naturkunde-Museum widmet sich als Erlebnismuseum der Erdgeschichte Südostbayerns. In einer inszenierten Höhle im Untergeschoß werden die lokale Geologie und die Entstehung der Alpen sehr anschaulich präsentiert. Den Höhepunkt stellt im Obergeschoß die Rekonstruktion des 1975 entdeckten Siegsdorfer Mammutskeletts neben den Originalknochen dar. Weitere Reste der eiszeitlichen Tierwelt stammen von Wolf, Höhlenhyäne, Riesenhirsch, Urrind und Wollnashorn.

Über die Traunbrücke und mit M[Salinenweg] rechts in die 'Traunsteiner Straße', dann links abbiegen und ansteigend in der 'Thannhäuserstraße' und 'Thalhamer Straße' aus dem Ort heraus. Die Route verläuft in einem Längstal und mündet dann in eine Landstraße unweit Bad Adelholzen.

Bad Adelholzen - Eines der ältesten Bäder Bayerns. Die Primus-Quelle soll der Sage nach vom Hl. Primus (Märtyrertod 286) aufgefunden worden sein. Seit 1907 ist das Bad im Besitz der Barmherzigen Schwestern. Prominente Gäste des Bades waren u. a. die kurfürstlich-bayerische Familie, Papst Pius XII., Prof. Sauerbruch
und weitere „hohe Herrschaften”. Badkapelle St. Primus und Mariä Heimsuchung mit schönem Marmoraltar (1615).

Vor dem Werksgelände „Adelholzener Brunnen” führt die Markierung rechts ab hinauf nach Kronberg und
dann ständig fallend über Sonnenleite zu dem am Fuß des Hochfelln gelegenen Bergen. Vom Dorfplatz im
Ortszentrum aus führt ein Abstecher in der 'Hochfellnstraße' zur Bergstation der Hochfelln-Seilbahn und
zur Maxhütte.

Hochfelln - In 2 Sektionen führt die Seilbahn zum 1674 m hohen Gipfel. Das 7 m hohe gußeiserne Gipfelkreuz stammt aus der Maximilianshütte..Bei der Grundsteinlegung des Tabor-Kirchleins auf dem Gipfel wurde Erde vom Berg Tabor im Heiligen Land verwendet. Der Rundblick ist überwältigend: Neben den Nachbargipfeln
der Chiemgauer Alpen die Berchtesgadener Alpen, Loferer und Leoganger Steinberge, Hohe Tauern, Zillertaler, Stubaier und Ötztaler Alpen, Karwendel, Wetterstein und Kaisergebirge.

Maxhütte - Das seit dem Besuch König Max I. Josef 1824 „Maxhütte” genannte Eisenhüttenwerk wurde bereits 1561 gegründet. Der Standort am Zusammenfluß von Weißer und Schwarzer Ache wurde vor allem wegen des örtlichen Holzreichtums gewählt. Ab 1567 wurde Roheisen nicht nur erschmolzen, sondern in einem
Hammerwerk zu Schmiedeeisen veredelt. Die angeschlossene Gießerei produzierte Herdplatten, Tiegel und Öfen. Darüber hinaus hatten auch stets einige Nagelschmiede eine Existenzgrundlage. Mitte des 18. Jhs. wurde ein zweiter Hochofen in Betrieb genommen, das Unternehmen brachte seinen Besitzern erheblichen
Reichtum ein. Im 19. Jh. übernahm der bayerische Staat den Betrieb. Nach Erschöpfung der Chiemgauer Erzgruben wurde das Roheisen aus den oberpfälzischen Hütten bezogen. Ende 1925 war dann das Ende für den unrentablen Betrieb gekommen, das Gelände und die Gebäude wurden der Gemeinde Bergen übereignet.

In der 'Bahnhofstraße' mit M[oM] aus dem Ort heraus und hinauf zum Bahnhof. In der Fußgängerunterführung
des Bahnhofs werden die Gleise unterquert und dann in der 'Holzhausener Straße' links weiter zur Autobahnunterführung und hinauf (der Anstieg wird mit einem phantastischen Blick auf die Chiemgauer Alpen
belohnt) zum höchsten Punkt der ganzen Tour, Holzhausen. An der Straßengabel im Ort rechts abzweigen
in die 'Vachendorfer Straße' und weiter nach Geiselprechting. Am Ortsende links abzweigen [Büchling,
Eckering], nach knapp ½ km wieder rechts abzweigen [Tüttensee] nach Büchling und in starkem Gefälle (!)
hinunter zur Landstraße. Links in diese einbiegen, nach ca. 1 km führt ein Wirtschaftsweg nach rechts an einen Waldrand, hinter dem sich ein beliebter Rastplatz verbirgt, der wärmste See Bayerns: der Tüttensee. Weiter nach Grabenstätt.

Grabenstätt - Das Schloß Grabenstätt ist ein klassizistischer Walmdachbau, der 1862, nachdem ein Brand den Vorgängerbau zerstört hatte, errichtet wurde. Das Schloß zeigt sich im Stil eines idyllischen Landhauses; heute ist die Gemeindeverwaltung sehr nobel darin untergebracht.

In der 'Überseestraße' und 'Dorotheenstraße' in westlicher Richtung aus dem Ort heraus. Am < Rothgraben > stößt man auf die M[Chiemsee-Radweg]. Rechts einbiegend wird dieser gefolgt und an der < Hirschauer Bucht > (mit Vogelbeobachtungsturm) vorbei über Hagenau und Unterhochstätt, zuletzt neben einem Campingplatz
(!) Achtung, viele Fußgänger - gelangt man nach Chieming.

Chieming - Der namengebende Ort für den See und den Gau. 744 wird der Name des Gaugrafen Chiemmi in Freisinger Urkunden erwähnt. Vom 15. Jahrh. bis zur Säkularisation war Chieming Hofmark, zuletzt dem Stift Baumburg gehörig. Sitz der Hofmarksherren (später Pfarrhof) war das noch erhaltene, noble Schloß
Neuenchieming am Seeufer.

Der M[Chiemsee-Radweg] folgend führt die Route, immer mit schönen Blicken auf den See, über Stöttham,
Schützing und Arlaching zurück nach Seebruck.
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Zeichen und Schriftarten im Text:
Seebruck                                                          Von der Route berührter Ort
[Traunstein]                                                      Wegweiser
M[Salinenweg]                                                 Markierter Radweg
M[oM]                                                                 Ohne Markierung
'Bahnhofstraße'                                               Benannte Straße
< Traun >                                                          Berg-, Fluß-, See-, Flurname
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Datenquelle

Auftraggeber dieser Tour: