Tourensteckbrief: Moorhexen und Seenymphen 48 km

Stammdaten der Tour:

Seebruck

Mittel

03:00 h

48 km

459 hm

626 m

518 m

Tolles Panorama

Weitere Informationen:

Schwer

Einkehrmöglichkeit

Kultur

Kulinarisch"

Rundweg

Beste Jahreszeit:

 


Tourbeschreibung

Seebruck , Seehotel Wassermann

Tour 1 „Moorhexen und Seenymphen”

Seebruck - Gollenshausen - Breitbrunn - Höslwang - Amerang - Pittenhart - Seeon - Seebruck (48 km)

 

Tour 1 „Moorhexen und Seenymphen”

Moorhexen und Seenymphen Seebruck - Gollenshausen - Breitbrunn - Höslwang - Amerang - Pittenhart - Seeon - Seebruck (48 km)

Charakteristik - Bis hier heraus haben die eiszeitlichen Gletscher gereicht und die Landschaft geformt. Hochmoore (Filzen), Niedermoore, größere und kleinere Seen, einzeln oder in Gruppen, eingebettet in eine sanfte, nirgendwo überlaufene Hügellandschaft, das ist das reizvolle Ergebnis dieser viele Jahrtausende währenden Arbeit. Die zahlreichen Steigungen sind alle recht gutmütig und überschaubar. Man sollte erst gar nicht versuchen, all die Seen und Seelein zu zählen, an denen man vorbeikommt, es sind einfach zu viele. Die Aussichtspunkte reihen sich aneinander: „trink` Auge, was die Wimper hält, vom goldnen Überfluss der Welt!”

Streckenbeschreibung:

Vom Seehotel Wassermann an der Kirche vorbei in die Römerstraße und mit M[Chiemsee-Rundweg] über
- Esbaum
am Seeufer entlang bis zum Strandbad Gollenshausen. Rechts den Uferhang hinauf und in die Ortschaft
- Gollenshausen.

Gollenshausen - Der Ort ist heute vor allem durch seine Yachtschule bekannt. Ursprünglich bestand er aus 7 Höfen, die sich auf 6 Grundherren - darunter das Kloster Seeon und der Salzburger Erzbischof - verteilten. In der Pfarrkirche St. Simon und Judas findet sich ein frühklassizistischer Hochaltar, der ursprünglich in der Domstiftskirche Herrenchiemsee stand. Ebenfalls aus der Zeit der Säkularisation stammen einige kunstgeschichtliche Objekte wie z. B. marmorne Wappensteine, die auf ungeklärte Weise ihren Weg in einige Höfe in Lienzing und Söll gefunden haben.

Durch den Ort hindurch (die Landstraße Seebruck - Prien wird überquert) und in der Lienzinger Straße zum westlichen Ortsrand. Hier trifft man eine mit M[Klosterweg] markierte Straße, links in diese einbiegen und über
- Lienzing
und
- Ed
durch das Waldstück Aiglsbuch an den Ortsrand von
- Breitbrunn.

Der eigentliche Ortskern von Breitbrunn versteckt sich ein wenig hinter einem Uferhügel des Sees. Wer neben dem Dorfweiher steht, in dessen Wasser sich die auf einem steilen Hügel erbaute Pfarrkirche spiegelt, sieht nichts vom Chiemsee. Zehn Gehminuten vom Ort entfernt, beim „Roten Kreuz”, kann man sich aber einen der schönsten Ausblicke über den See genießen. Zu Breitbrunn gehören auch die beiden schmalen Halbinseln von Sossau und Urfahrn, die zwei Buchten, diejenigen von Kailbach und Mühln begrenzen. Daß die Gegend von Breitbrunn uraltes Siedlungsland ist, haben neusteinzeitliche Funde in einer Kiesgrube am Ortsrand bewiesen. In geschichtlicher Zeit läßt sich allerdings bis jetzt eine erste urkundliche Erwähnung als „Praitenprunne” erst für die Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisen. Bis zur Säkularisation (1803) gehörten von den ursprünglich 16 Höfen zu Breitbrunn neun zu Herrenchiemsee und fünf zur Fraueninsel. Bis zum gleichen Zeitpunkt war Herrenchiemsee auch die zuständige Pfarrei; dann übernahm die bisherige Nebenkirche Breitbrunn die Rolle der Pfarrkirche. Trotz der starken Präsenz der beiden Inselklöster gehörte der Ort bis 1803 zum dann aufgelösten kurfürstlich-bayerischen Pfleggericht Kling (Amt Eggstätt), bis er 1900 schließlich dem Gerichtsbezirk Prien des Bezirksamtes Rosenheim zugeschlagen wurde.

Sofort rechts in die Landstraße Breitbrunn - Eggstätt einbiegen, M[oM] ca. 1 km auf ihr und dann links ab [Kitzing] über
- Unterkitzing,
- Oberkitzing
und
- Kämpfenthal
nach
- Zell.
Hier wird in einer kurzen Rechts-Links-Kombination die Landstraße Rimsting - Eggstätt überquert und über
- Westerhausen
und
- Stock
wird bei
- Schlicht

die Landstraße Seebruck - Bad Endorf erreicht. Auf dieser etwa 200 m nach links, dann bei ð[Lemberg] rechts von der Straße ab auf einen kleinen Parkplatz. Nun nicht auf der Teerstraße weiter aufwärts, sondern mit M[Grenzenlos wandern] und M[Hartseerundweg] unten bleiben auf schmalem Fußweg (!)(Wanderer) der in die Eggstätter Seenplatte führt.

Eggstätter Seenplatte - „Wie ungleich sind aber nun die Geschwister des „Bayerischen Meeres”, nicht eins mit dem anderen zu verwechseln! Der eine See liegt dunkelgrün im Wald verloren, der zweite blau hinterm Latschendickicht, ein dritter flach und blaß und dorfnah im Wiesenland, ein vierter fernab von Haus und Hof in umbuschte Mulde gesenkt. Dieser ist buchtenreich zerlappt und jener wie mit einer Backform rund ausgestochen. Einer glitzert kühl und klar, einer stockt in bleiernen Farben, einer scheint mit flüssiger Seide gefüllt, einer erstickt in Sumpf und Schilf und Seerosen” (Lillian Schacherl).

Unter dem Anwesen
- Lemberg
vorbei, rechterhand liegen zwei verlandende Seelein. Nach einigen hundert Metern wird der Kesselsee erreicht, rechts an seinem Ufer entlang und auf der Trasse der ehemaligen Römerstraße von Salzburg zum Inn durch Wald weiter (links unten liegt der Einbessee) bis zu einem Wegedreieck. Hier scharf links ab und zuerst zwischen Einbessee, dann Kautsee links und Hartsee rechts hindurch. Im weiteren Verlauf der Route wird die Achen (Abfluss vom links liegenden Pelhamer See zum Hartsee) überschritten und über den Achenberg hinweg die Straße von Eggstätt nach Obing erreicht. Links ab und auf Radweg neben der Straße weiter nach
- Unterulsham
und
- Oberulsham.
Hier links abbiegen ð[Höslwang]. Mit dem Pelhamer See links nach
- Gachensolden.
Bei Einmündung in Straße rechts ð[Höslwang], ca. 100 m nach Verlassen des Ortes (Ortsschild) ohne ð links auf Sandweg und durch Wiesen, stets mit schönem Blick auf Höslwang  nach
- Zunham.
Nun immer in Richtung auf die Kirche von Höslwang, die Straße Halfing - Obing überqueren und in der Ortsstraße Weingarten hinauf nach
- Höslwang.

Höslwang - Einen vergleichbaren Blick wie jenen auf Höslwang, wenn man sich dem Ort von Süden her nähert, findet man selbst im Chiemgau nicht häufig: feierlich, beherrschend, durch kein anderes Bauwerk beeinträchtigt steht die Kirche über dem flachwelligen Land, welches sich vom Pelhamer See her erstreckt.

In der Ameranger Straße mit  M[Von Baum zu Baum] aus Höslwang hinaus und über
- Obergebertsham,
- Untergebertsham,
- Meilham
nach
- Oberratting.
Nach dem Verlassen dieses kleinen Ortes fesselt links der Straße das etwas unterhalb liegende
- Schloss Amerang
den Blick, ergänzt durch eine wunderbare Fernsicht in das weitgedehnte Inntal.

Schloss Amerang - Das nach außen hin bescheiden wirkende Scaliger-Schloß birgt die älteste Anlage eines Loggien-Hofes in Bayern. Der malerische, unregelmäßig vierseitige Hof wird für Konzert und Theater genutzt.

Nun in starkem Gefälle (!) abwärts, über den Bahnübergang hinein nach
- Amerang
in die Bahnhofstraße.

Amerang - Ehedem Mittelpunkt der gleichnamigen Hofmark, deren Herren auf dem Schloß saßen. Sehenswert: die Pfarrkirche St. Rupert mit einigen sehr guten Grabdenkmälern der Ameranger Edelgeschlechter; das Bauernhaus- museum des Bezirks Oberbayern und das EFA- Automuseum.

Kurz vor der Pfarrkirche rechts ð[Obing 7 km] in die Frabertshamer Straße. Nach ca. 100 m wieder rechts ð[Obing] und in der Obinger Straße in zügiger Steigung aus dem Ort hinaus. Die wenig befahrene Landstraße führt über
- Öd,
- Stacherding,
- Ellerding
zu der größeren Ortschaft
- Aindorf.
Rechts in den Ort hinein, das Bahngleis überschreiten und gleich wieder links ab mit M[Alz-Inn-Weg] über Wiesen und durch das Waldgebiet Kirchwegholz nach
- Pittenhart.

Pittenhart - Die Pfarrkirche St. Nikolaus, die einst zum Kloster Seeon gehörte, ist ein spätgotischer Bau, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts umgebaut wurde. Zur Inneneinrichtung gehören drei Rokokoaltäre, von denen der Heiligkreuz-Altar von 1766 mit Sicherheit von Johann Georg Lindt stammt. Von besonderer Ausdruckskraft ist der Kruzifixus (um 1525) in der Kirche. Sein Meister ist unbekannt, muß aber ein großes Talent gewesen sein, das den Mut zu einem Realismus hatte, der zur Entstehungszeit des Werkes nicht allgemeinar. Von weit milderer Schönheit ist da die hochgotische Figur des heiligen Erasmus (um 1430).

Auf der Landstraße nach Obing aus dem Ort heraus und am Ortsrand rechts mit ð[Niederbrunn] durch ein Waldstück nach
- Niederbrunn.

Eines der dortigen Anwesen, der 1724 entstandene Hilgerhof, hat ein besonderes Schicksal erfahren. Das uralte Bauernanwesen war schon seit längerer Zeit unbewohnt und drohte völlig zu zerfallen. In allerletzter Minute konnte 1963 der Münchner Kaufmann Erwin («Tosso») Herz das Anwesen erwerben und es in vier Jahren unter Einsatz seiner letzten Mittel wieder zu einem mustergültigen Bauernhaus ausbauen. Das Ziel von Tosso Herz war es, eine Art privarnhofmuseum erstehen zu lassen. Er erwarb nach erfolgreicher Rettung des Hilgerhofes auch noch einen alten prachtvollen Bundwerkstadel in Rabenden, der dort abgebrochen werden sollte und einen weiteren Stadel dieser Art in Kirchweidach. So war der ehemalige Zustand des Hilgerhofes als Dreiseithof wiederhergestellt. Seinen Hilgerhof vermachte Herz dem Landkreis Traunstein. Ein schmiedeeisernes Kreuz im Garten des restaurierten Hilgerhofes trug übrigens die Inschrift „Hier ruhn meine Gebeine, ich wollt es wären Deine”.

In dem kleinen Ort links abzweigen nach
- Oberbrunn.

Oberbrunn - Ein „Prunn” wird auch in der Tauschurkunde des Salzburger Erzbischofs Odalrich aus dem Jahre 924 rwähnt. Der Edelsitz Oberbrunn war früher Eigentum Salzburger Ministerialen, darunter auch der Herren von Eschenau. 1531 wurde Oberbrunn Hofmarksitz, den zuletzt die Grafen la Rosée innehatten.

Auf einem gemütlichen Sträßchen geht es weiter - links unterhalb liegen die verlandenden Gewässer Seeleitensee und Jägersee - bis zur Landstraße Obing - Seebruck, dieser wird überquert und man erreicht den umfangreichen und romantisch gelegenen Komplex
- Kloster Seeon.

Kloster Seeon - Das ehemalige Benediktinerkloster wurde erstmals 924 urkundlich erwähnt. Seit 1254 waren die Wittelsbacher die Vögte. Im 18. Jahrh. war das Kloster eines der wohlhabendsten in ganz Bayern. Die berühmtesten Gäste in Seeon waren Haydn und Mozart. Die Klosterkirche hat eine romanische Säulenbasilika zum Kern. Die zwei Türme erhielten nach 1651 ihre charakteristischen geschweiften Kuppeldächer. Sehenswert sind die Grabdenkmäler, u. a. eine Tumba zum Gedächtnis des Stifters Pfalzgraf Aribo. Die Klosterbauten liegen südlich und westlich der Kirche um drei Höfe gruppiert. Heute dienen sie dem Bezirk Oberbayern als Tagungsstätte.

Auf einem Steg hinüber nach
- Bräuhausen
und am Nordufer des Klostersees in der Weinbergstraße in das Dorf
- Seeon.
Zuerst in der Altenmarkter Straße, dann rechts abbiegen in die Truchtlachinger Straße. Bei Einmündung in die Landstraße rechts, nach gut ½ km wieder rechts abbiegen ð[Seebruck]. Auf der Landstraße über einen Höhenrücken hinüber in das Tal der Alz. Durch die kleinen Ortschaften
- Ischl
(hier bei der Straßengabelung links abbiegen) -[Seebruck] und
- Pullach
in
das geschichtsträchtige Dorf Seebruck
- Seebruck
und zuerst in der Pullacher Straße, dann in der Ludwig-Thoma-Straße zur Alzbrücke.

Brauchtum im Chiemgau und Rupertiwinkel

Die eingesessene Bevölkerung zeigt wie überall in Altbayern bajuwarischen Einschlag, hie und da mit deutlichen Hinweisen auf keltisches und römisches Erbe. Bäuerlich geprägt, zutiefst katholisch, mit Freude an der Selbstdarstellung, so präsentiert sich auch heute noch der Mensch im Chiemgau und Rupertiwinkel. Tracht und Brauch, Feiern und Feste sind nicht Folklore oder Show, sondern sind ernstzunehmender und notwendiger Bestandteil des Lebens.

Der Begriff Tracht steckt nur einen gewissen Rahmen ab, innerhalb dessen reiche Variationen auftreten. Von Ort zu Ort unterscheiden sich die Kleidungsstücke in Einzelheiten, sodass dem Kenner ohne weiteres die lokale Zuordnung der Träger möglich wird. Die Farben der Stickereien an den Lederhosen, die Zopfmuster der Strümpfe, der Hutschmuck, die Steckweise von Tüchern usw., alles hat seinen Bezug und will sorgfältig beachtet werden. Der festliche Charakter der Chiemgauer Tracht ist augenfällig, besonders das "Röcki", die Tracht der verheirateten Frauen, wirkt schon fast herrschaftlich.

Von den vielen Festen im Jahreslauf heben sich einige durch ihre überörtliche Bedeutung heraus. Hierzu gehört der Traunsteiner Georgiritt, bei dem an jedem Ostermontag mehrere hundert Rösser versammelt werden, um in einem Festzug durch die Stadt und dann hinauf zur Benediktion am Ettendorfer Kirchlein zu ziehen. Vorher findet auf dem Stadtplatz der Schwertertanz statt, der den Sieg des Frühlings über den Winter symbolisiert.

Eine Besonderheit bilden die Gebirgsschützen. Sie stehen in der Tradition der kürfürstlich bayerischen Landesdefension, welche zum Schutz der Grenzen im Gebirge errichtet worden war. Bei ihren Defilierungen bringen sie die Liebe zur bayerischen Heimat und ungebrochene Wehrhaftigkeit zum sichtbaren Ausdruck.

Ein Reigen an Bräuchen: Heilige Gräber am Karfreitag, Ölbergandachten an Ostern, Fronleichnam mit seinen Prozessionen, Mariä Himmelfahrt mit vielerlei Kräutern in ganz bestimmter Zusammensetzung, Buttmandllaufen und der Ganggerl, Christkindlanschießen und Sternsinger. Mildes und Grobes paart sich geheimnisvoll. Kaum ein Ort, in welchem nicht Theater gespielt wird. Von derben Schwänken bis hin zu besinnlich-religiösen Stücken reichen die Spielzettel. Und immer muß natürlich die Musik dabei sein, die große Bläserbesetzung oder die feine Stubnmusi mit Zither, Hackbrett, Gitarre oder gar Harfe. Wenn dann noch im kleinen Kreis gesungen wird, die wirklichen Volkslieder und die echten Jodler, dann geht dem Einheimischen das Herz auf. Glücklich der Wanderer, der in eine solche Runde einbezogen wird und Land und Leute wirklich kennenlernt.



Weitere Informationen:
http://www.seehotel-wassermann.de/default.asp?site=782&lang=

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Datenquelle

Auftraggeber dieser Tour: