Tourensteckbrief: Flößerweg (Nördliche Route)

Stammdaten der Tour:

Rodacherbrunn (Thüringen)

Schwer

14:00 h

57.9 km

1042 hm

684 m

269 m

Tolles Panorama

Weitere Informationen:

Einkehrmöglichkeit

Kultur

Haupt-Wanderwege

Beste Jahreszeit:

 



Tourbeschreibung

Rodacherbrunn (Thüringen) , nördl. Ortsausgang Rodacherbrunn

Über die Flößerei und den Verlauf des Wanderweges Die Flößerei war, vor allem im westlichen Flößer-Frankenwald, über Jahrhunderte hinweg für die Menschen die wichtigste Erwerbsquelle. Sie wird 1386 erstmals urkundlich erwähnt, geht aber mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Beginn der Besiedlung zurück. Seit dem Mittelalter versorgten die Flößer das Rhein-Maingebiet mit Holzprodukten aller Art. Floßteiche begünstigten später das Flößen und Triften der mächtigen Frankenwaldstämme auf den zum Teil ausgebauten Floßbächen mit ihren zahlreichen Schneid- und Mahlmühlen in den engen und tief eingeschnittenen Tälern des "Flößer-Frankenwaldes", wo immer noch Mühlräder die Sägegatter antreiben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete sich schon der aus verschiedenen Gründen bedingte Niedergang der Flößerei ab. Im Jahre 1956 fand in Unterrodach die letzte gewerbsmäßig durchgeführte Floßfahrt durch Hans Wich statt. Heute erinnern nur noch das 1981 eröffnete Flößermuseum in Unterrodach und das Schauflößen an 15 Samstagen im Sommer mit jeweils bis zu 23 Floßen von Schnappenhammer bis Wallenfels an das harte und gefahrvolle Leben der Flößer. Floßgewässer, Floßstege, Wehre, Floßteiche, Infotafeln in den vormaligen Flößerorten und da und dort die Floßbäche selbst erinnern uns heute noch an eine längst vergangene Zeit. Auch der vom Naturpark Frankenwald angelegte und vom Frankenwaldverein betreute, mit einem grünen Floßhaken markierte Flößerweg will diese Erinnerung an Flößer und Flößerei wach halten und landschaftliche Glanzpunkte, seine kulturellen Schwerpunkte und idyllische Ferienorte auf den Hochflächen und in den tief eingeschnittenen, romantischen Tälern präsentieren. Er führt von Rodacherbrunn in Thüringen zunächst mit der (Zahmen) Rodach 25,2 km, dann mit der Rodach zusammen nochmals 32,7 km weit, bis sich ihre Wasser hinter Marktzeuln in den Main ergießen. Von Rauhenberg aus führt der Flößerweg 27,7 km die Wilde Rodach entlang, bis sich beide Quellflüsse nahe Erlabrück vereinen. - Die Wanderstrecke verläuft bewusst zuweilen aus dem Talbereich hinauf auf die Höhen, um dem Wanderer die herrlichen Ausblicke auf die bewaldeten Höhen des Frankenwaldes zu bieten.   Das Flößermuseum in Unterrodach Wenige Jahre nach der letzten Floßfahrt war man sich im Flößerdorf Unterrodach (Marktgemeinde Marktrodach) einig, dass man das Andenken an den jahrhundertealten Beruf des Flößers sichtbar bewahren muss, um damit an die Vergangenheit zu erinnern und alle Vorfahren zu ehren die diesen schweren Beruf über Generationen hinweg ausgeübt haben. Im Jahre 1956 wurde die letzte gewerbliche Floßfahrt von Hans Wich durchgeführt. So entstanden im Jahre 1965 die Anfänge des Flößermuseums. Die Flößer hatten dazu eigens Modelle der Floße gefertigt, die im Frankenwald und auf dem Main gebräuchlich waren. Die vom Anfang an reichliche und vielfältige Sammlung wurde in den ersten beiden Jahrzehnten des Bestehens nach professionellen Grundsätzen aufbereitet. Dazu einige Beispiele: Ein Glücksfall war es, dass das Museum im Jahre 1981 in ein ehemaliges Floßherrenhaus, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurück reicht, umziehen konnte. Im Jahre 1982 wurde von Studenten der Universität Würzburg die wissenschaftliche Inventarisierung der Sammlung vorgenommen. 1985 erarbeiteten Studenten der Universität Tübingen die Ortsgeschichte des Flößerdorfes Unterrodach, in der sehr genau die Arbeit und das Leben der Bewohner im 19. Jahrhundert beschrieben werden. Einen Teil davon kann man in dem Buch "Flößerei in Deutschland" nachlesen. 1986 und 1987 wurde das Museum in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Nationalmuseum innenarchitektonisch neu gestaltet und die gesamte Spezialsammlung neu aufbereitet. 1981 schon wurde der im Jahre 1864 gegründete Flößerverein neu ins Leben gerufen mit dem Ziele, das Museum zu fördern und zu unterstützen. Für die meisten seit der Vereinsgründung durchgeführten Aktivitäten waren die Mitglieder verantwortlich. Sie übernehmen auch zum großen Teil die Führungen im Museum. Beim Rundgang im Erdgeschoss bietet der Raum 2 einen Überblick über die Frankenwaldlandschaft und die Besonderheit der Frankenwaldflößerei. In Raum 3 wird die heimische Flößerei dokumentiert, in Raum 4 erleben wir das Flößerdorf Unterrodach im 19. Jahrhundert dargestellt, während sich im nächsten Raum der Flößer vorstellt. Im Raum 5a sehen wir Vorführungen von Videofilmen, und die beiden letzten Räume des Erdgeschosses zeigen die Aktivitäten des Flößervereins und die Geschichte des ehemaligen Floßherrenhauses. Im Obergeschoss werden vorgestellt: die Mainflößerei, Messen und Zeichen, der Handel mit Floßholz und die Flößerei in Deutschland. Flößermuseum Unterrodach, Marktplatz 8, 96364 Marktrodach - Tel. 09261/60310 Öffnungszeichen: Dienstag - Samstag von 9 - 11 Uhr und von 14 - 16 Uhr; an Sonn- und Feiertagen von 14 - 16 Uhr.   B)        Die (Zahme) Rodach - von Rodacherbrunn in Thüringen bis zum Zusammenfluss bei der Buchschneidmühle bei Erlabrück                                                                 25,2 km   Vor der Wanderung im thüringischen Rodacherbrunn lohnt sich der Besuch der überdachten Quelle im Garten direkt an der Einmündung der von Nordhalben kommenden Straße in die B 90. Die Bewohner erzählen auch von dem Hindenburgbrunnen auf der anderen Straßenseite. Der Weiler, auf einer Kammhöhe (688 m) auf der Wasserscheide gelegen, sollte einstmals zum "reußischen Oberhof" werden; wenn man gegenwärtig noch die schönen Villengebäude sieht, kann man spüren, dass dieser Wunsch einstmals seine Berechtigung hatte. An der ehemaligen Großbäckerei und am Fürst Reuß´schen Forstamt vorbei, laufen wir auf der Straße, ehe wir in Sichtweite des Rennsteigs nach rechts abbiegen und im Wald der jungen (Zahmen) Rodach entlang wandern. Wir folgen der Forststraße abwärts, vorbei an der schroffen Wand eines ehemaligen Schieferbruches und an der "Luisenruhe", wo man da und dort die wegen der Flößerei ausgebauten Uferbereiche sehen kann. Wir streifen den vormaligen, heute als Trinkwasserspeicher genutzten Floßteich und die Stätte der ehemaligen Teichmühle. Abzweigende Wanderwege bieten sich hier an. Sie führen nach dem 668 m über NN auf dem Kamm des Titschenberges gelegenen Dorf Titschendorf. Ende des 16.Jahrhunderts siedelten sich die in Nordhalben bedrängten Protestanten hier an. Ein anderer Wanderweg führt nach links, lange bergan, zum vormaligen fürstlichen Jägersruh, einem ehemals reußischen Jagdschlösschen, das den Grenzsicherungsmaßnahmen zum Opfer fiel. Wir laufen an der mächtiger gewordenen Rodach im engen Tal bis zu der vom Schwarzen Teich kommenden Fränkischen Muschwitz, schließlich zur Krögelsmühle (5,7 km), die einst unmittelbar an dem Deutschland trennenden Eisernen Vorhang lag, und die Bewohner damit verbundene schmerzliche Erlebnisse hatten. Wir folgen einer Forststraße und kommen dann auf einem Pfad rechts abwärts zu den ersten Häusern im Talgrund zum Dreiherrenstein. Er trennte einst das Bistum Bamberg, die Markgrafschaft Bayreuth und das Fürstentum Reuß j.L. (=jüngere Linie). Gleich danach wandern wir durch das "Tal der Liebe" vorbei an den Häusern von Grund und Thomasmühle (2 km). Die Rodach trennte einst die wenigen Häuser beider Orte. Grund, mit der 1926 geweihten evang. Jubilate-Kirche östlich des ehemaligen Floßbaches gelegen, gehörte mit seinen evangelischen Bewohnern zur Markgrafschaft Bayreuth. Die Katholiken, die westlich der Rodach in Thomasmühle wohnten, unterstanden der Herrschaft des Fürstbistums Bamberg. Der gesamte, heute "vermischte" Bereich ist ein Ortsteil von Nordhalben, das 1154 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Marktgemeinde liegt zwischen der Rodach und der Ködel auf einem Höhenrücken und besitzt seit 1903 eine Klöppelschule. Eine Interessengemeinschaft hat es geschafft, die Bahnlinie von Nordhalben bis nach Steinwiesen zu reaktivieren. Wir erreichen die Kreisstraße und verlassen sie wieder unterhalb des ehemaligen Bahnhofsgebäudes und -geländes, wo seit Herbst des Jahres 2007 wieder Leben eingekehrt ist. Wir wechseln über die neu befahrenen Geleise und über die Rodach zur anderen Talseite und wandern dort durch schöne Waldbestände in einer großen Schleife um den Heinersgrund zur Stoffelsmühle (2 km), die einst unter der Bezeichnung "ama" Büroeinrichtungen, Schulmöbel, u.a. herstellte. Wir wandern noch vor der Stoffelsmühle auf der Straße kurz zur Brücke und biegen gleich wieder ab und überqueren auf einem Wehrsteg die aus dem Gerlaser Forst (655 m über NN) kommende Ölsnitz und das reizvolle Tal. Wir steigen, zusammen mit dem E 3+6 , einen Jägersteig, kurz im Jungwald hoch zu einem Forstweg, dem wir nach rechts folgen. Bald aber biegen wir wieder nach rechts auf einen naturbelassenen Weg ab und folgen ihm am Hang entlang. Wenn wir uns kurz danach noch einmal nach links halten, führt uns der gleiche Weg immer leicht abwärts, bis wir im Tal der Rodach die Staatstraße nach Steinwiesen erreichen. Unterwegs freuen wir uns zunächst über die schönen Ausblicke auf den Bahnhof Dürrenwaid und die stillgelegten ama-Werke, später über die wunderbaren Ausblicke über das Tal hinweg auf die bewaldeten, steilen Hänge. Ehe wir die Straße erreichen, mündete unser Wanderweg in den Talgrund des Kaulbaches ein. Von dort aus war es nicht mehr weit zur Straße. Wir folgen ihr nach rechts und überqueren dabei den ehemaligen Floßbach, sein Tal und die für den Tourismus reaktivierte Eisenbahnstrecke Nordhalben-Steinwiesen. Gleich nach der Rodachbrücke biegen wir in den Wald ein und wenden uns sofort nach links. Nun gilt es, den Forstweg recht steil zu der etwa 700 Meter entfernten Zwischenhöhe emporzusteigen. Dort treffen wir auf den von Nordhalben kommenden Maut-Weg . Zusammen mit diesem Rundweg erleben wir bald danach einige herrliche Aussichten, indem wir auf der Höhe weiterlaufen. Wenn wir nach längerem Abwärtswandern zwischen den Bäumen hindurch allmählich die Straße zu erkennen beginnen, ist es nicht mehr allzu weit dorthin. Wir folgen ihr mit der gebotenen Vorsicht nach rechts und kommen am kleinen Bahnhof vorbei zu der nach Nordhalben führenden Straße und zum großen Parkplatz am Hauptdamm der  21 Mio. m³ fassenden Trinkwassertalsperre. (E - 6 km). Die erste Talsperre dieser Art in Bayern liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Ihre für den Verkehr gesperrte, die Talsperre umrundende Uferstraße dient den Wanderern und anderen Freizeitsportlern. In längst vergangenen Jahren pulsierte hier - wie wir aus der Chronik von Nordhalben erfahren - reges Leben auf der Kaiserlichen Landstraße, die von Nürnberg über Bamberg und Kronach durch die Vogtei Nordhalben in die reußischen und sächsischen Länder führte. Sie wurde auf dem sehr steilen Anstieg durch die vielen großen Fuhrwerke immer wieder schwer beschädigt. So kam es, dass sich die Gemeinde Nordhalben 1684 gegenüber dem Hochstift Bamberg verpflichtete, diese Wegestrecke instand zu halten und dafür Zoll zu erheben. 1855 ist vom "Zoll in Mauthaus" die Rede, wie wir den Ort heute kennen. Ohne Abstecher aber verlassen wir die Straße in gerader Hauptrichtung. Für die vor uns steil ansteigende Forststraße brauchen wir eine gute Kondition. Wenn die Steilstrecke überwunden ist, geht es gemächlicher weiter, und ein schöner Blick auf die Wasseraufbereitungsanlage Rieblich entschädigt uns für die Anstrengung. Aber nach dem längeren Anstieg geht es auch wieder einen Forstweg abwärts, bis wir schließlich schon den Ortsbeginn von Steinwiesen zwischen den Bäumen hindurch sehen. Nun müssen wir aufpassen, denn hier verlassen wir die Forststraße und gehen, auf naturbelassenen Wegen und Steigen links abzweigend, kurz, aber steil abwärts zur Straße, mit einem schönen Blick ins Rodachtal, und weiter nach Steinwiesen. In der Industriestraße erreichen wir den zwischen 350 und 650 m hoch gelegenen, 1323 erstmals urkundlich erwähnten vormaligen Flößerort (E - 4,5 km). Die von Sagen umrankte, ehemalige Wallfahrtskirche und heutige Pfarrkirche St. Maria prägt das Bild des Marktfleckens. Wir folgen entweder der Markierung durch den lang gestreckten Ort oder der Hauptstraße bis zum Aparthotel am Ortsende. Dort laufen wir über einen Steg zur anderen Talseite. Mit dem Blick auf das Rodachtal wandern wir eine Teerstraße, dann einen Waldweg leicht steigend geradeaus weiter. Schließlich kommen wir zu den Holzwerken Schnabrichsmühle und zur B 173 in Erlabrück (E - 3 km). Wir überqueren die Bundesstraße und das schon recht weite Tal der Rodach bis zum Wehrsteg. Hier lohnt sich ein kurzer Abstecher am Ufer kurz aufwärts zum Zusammenfluss der beiden Quellflüsse. Wir überqueren den Holzsteg, steigen dann im Wald kurz aufwärts und stoßen noch vor der Buchschneidmühle (eine ehemalige Mühle) auf den von Rauhenberg kommenden Flößerweg der Wilden Rodach (0,5 km).   C)        Die Rodach - vom Zusammenfluss der beiden Quellflüsse bis zur ihrer Mündung nach Marktzeuln in den Main                                                                                                           32,7 km   a)         Von der Buchschneidmühle über das Flößermuseum in Unterrodach und Kronach/Fröschbrunn nach Küps                                                                                                        19,5 km Auf dem Weg nach Zeyern erinnert neben der Buchschneidmühle in schöner Tallandschaft auch die Zigeunerschneidmühle an die Zeit vergangener Mühlenromantik, mit einem schönen, alten Mühlrad auf schmiedeeiserner Welle mit gusseiserner Nabe in einfacher handwerklicher Art aus Holz hergestellt. Vielleicht gestattet es der Schneidmüller, dass wir uns kurz umsehen. An einem schönen Bildstock vorbei wandern wir zum 330 m hoch gelegenen, 1260 erstmals erwähnten Erholungsort Zeyern (E - 2 km). Die Rodach fließt hier aus der Enge der Frankenwaldtäler in ein sich weitendes Tal. Bildstöcke und andere Zeugnisse tiefer Gläubigkeit begegnen uns hier, wie überall im "Flößer-Frankenwald". Mit einem Blick auf die Zeyerner Wand (Muschelkalkfelsen; Infotafel!) kommen wir  über die Rodachbrücke und etwas später mit dem Frankenweg (in Zukunft wohl über die geplante Umgehungsstraße) zum Sportplatz des Ortes und an die Rodach. Ab hier wieder ohne den bekannten Frankenweg begleiten wir nun die Rodach an ihrem Ufer nach links. Wir kommen vorbei an der Wöhrleinsschneidmühle, über den Hochwasserdamm zum Nadelwehr nach Unterrodach. Wir gehen über die Straße und dann unmittelbar der Rodach entlang zum Flößermuseum nahe der Kirche und dem Rathaus im ehemaligen Flößerort, wo im Jahre 1956 durch Hans Wich die letzte gewerbsmäßig betriebene Floßfahrt stattfand (E - 3 km). Neben dem Museum zeugen heute noch die Floßherrenhäuser, Grabdenkmale, der Ortsteil Sachsenhausen (wie Frankfurth/Main!), die Flößergeschichten (von Willi Schreiber) und die lebendige Erinnerung an Flößer und Floßherren an die vergangene Zeit der Flößerei. Über "Sachsenhausen" und einen Fußweg queren wir an der Tankstelle die B 173 und kommen am Ortsrand entlang nach der Kläranlage auf einen Geh- und Radweg, dem wir bis nach Höfles folgen. Die Rodachbrücke trennt uns noch von Vogtendorf, dem Geburtsort von Johann Kaspar Zeuß und Willi Schreiber (E - 2 km). Noch vor der Brücke biegen wir nach rechts ab und gehen am Dorfrand und der Rodach entlang, bis wir bei der nächsten Brücke auf die Kreisstraße stoßen. Wir überqueren sie geradeaus und folgen dann dem Wiesenweg zur Gänsmühle und weiter zur Rußmühle. Auf einem Fahrweg wandern wir der Rodach entlang zur Detschramühle. Mit einem Blick auf die nie bezwungene Festung Rosenberg, biegen wir gleich nach dem Ortsanfang der 1000-jährigen, mittelalterlichen Stadt Kronach (E) an der ersten Ampel links ab zur Hammermühle (3,5 km). In der Dreiflüssestadt (Rodach, Haßlach, Kronach) mit der sehenswerten historischen Altstadt sollte man sich unbedingt Zeit nehmen, um die vielen Sehenswürdigkeiten möglichst mit einer Führung zu genießen. Man kann sie nicht beschreiben, man muss sie hautnah erleben. Wir wandern auf der anfangs kurvigen, unübersichtlichen Stichstraße (Vorsicht!) in Richtung Kaltbuch ziemlich lange durch die offene Flur, mit einer ausnehmend reizvollen Aussicht, bis zum Wald. Bald danach biegen wir nach rechts in den Wald ein, durchqueren die kleine Waldabteilung und wandern dann im Freien leicht abwärts durch Wald und Flur zum Gasthof Fröschbrunn (E - Sommer- und Winterrodelbahn, Gestüt - 1 km). Unterwegs freuen wir uns über den schönen Blick auf Kronach und Ziegelerden. Wir folgen nach dem Gasthaus der Straße nach links, dann auf einen Wiesenweg und einem Fahrweg nach Friedrichsburg. Wir gehen über die B 85, auf einem Steig über den Hochwasserdamm, gelangen zu den ersten Häusern von Neuses und überschreiten dann die Rodach zur "Zollscher" über den Zollwehrsteg. Es war die Stätte der einst bedeutenden Zollstelle für die Frankenflößer. Danach wurde aus der Zolleinnahmestelle ein Gasthaus und heute ist es ein Wohnhaus. Schere bedeutet in der Flößersprache die Absperrung eines Flusses durch Floßböden. Wenn der Zoll bezahlt war, wurde die "Schere" geöffnet. Zollpflichtig war im Grunde genommen alles, was transportiert wurde. 1821 gingen 18.000 Floßböden durch die Zollscher und brachten 900 Gulden Einnahmen. Zoll wurde auch in Wallenfels und Zeyern erhoben. An den ersten Häusern in dem im 19.Jahrhundert durch Flößerei und Holzhandel aufblühenden Industrieortes Neuses genießen wir den schönem Blick auf die Festung Rosenberg und wandern (E - 1 km) am Ortsrand an der Hochwassermauer entlang, dann auf Steig und Damm weiter bis zum Flößer-(Sport)-Stadion. Wir laufen geradeaus und erreichen auf einem Wiesenweg die Hummendorfer Brücke (E - 1 km). Unter und über der Brücke kommen wir rechts auf einen Geh- und Radweg, der uns nach Au (1,5 km) führt. Wenn wir uns umwenden, bietet sich ein lohnender Blick zurück zum Kaltbucher Knock mit dem Lucas-Cranach-Turm und das Umland. An der Krienesschneidmühle (E) biegt der Flößerweg über den Steg ab und geht dann weiter bis nach Küps mit seinen historischen Gebäuden im Obermainischen Bruchschollenland (E - 2,5 km). Neben den Herzögen von Meranien, den Schaumbergern und anderen Adelsgeschlechtern waren die Herren von Redwitz mit dem Ort in seiner langen Geschichte besonders verbunden. Sehenswert sind das Neue Schloss, das Wahrzeichen, und viele historische Gebäude.  Vor rd. 7500 Jahren, am Beginn der Jungsteinzeit, errichteten Menschen nahe Küps das älteste im Landkreis Kronach nachgewiesene Haus.   b)        Von Küps und den Schlössern seiner Ortsteile bis zur Mündung in den Main nach Marktgraitz                                          13,2 km Gleich nach dem Neuen Schloss laufen wir auf einem Fahrweg nach rechts, dort eine Böschung abwärts an den Talrand der Rodach. Wir müssen uns zunächst ganz links an den Zaun halten und dann in gerader Hauptrichtung, die kleine Böschung entlang über eine kleine Brücke. Auf der großen Wiesenfläche wandern wir nach rechts der Baumreihe an der Rodach entlang über die schöne Tallandschaft bis zur Straße. Wir folgen unten der Böschung der Bundesstraße 173 nach links, unterqueren die Straße hinüber zum Hochwasserdamm und biegen dort nach links zur Hauptstraße. Beim Weiterlaufen kommen wir schließlich zum Schloss nach Oberlangenstadt (E - 1,5 km). Das Schloss gibt dem landschaftlich schön gelegenen Korbmacherdörfchen sein etwas fremdartig anmutendes Gepräge. Karl Dietrich zu Künsberg gründete das alte Herrenhaus und den großen Schlossgarten. Von 1862 bis 1864 errichtete Karl August von Künsberg das neue Schloss im englisch-gotischen Stil. Das alte Herrenhaus diente über 100 Jahre der Familie als Sitz. 1865 wurde es Schlossgärtnerei. 1805 hatte es den durchziehenden Truppen Napoleons als Unterkunft gedient. Es liegt zwischen zwei Armen der Rodach inmitten eines 13 ha großen Parks mit zum Teil uralten Bäumen und großen Teichen. Es wird gegenwärtig von Manfred von Künsberg bewohnt. Wir laufen nach dem Schloss nach links und erreichen über den Bahnkörper die nach Nagel führende Straße. Unsere Wanderroute aber führt durch die Allee alter Bäume nach Nagel (E - 1 km). Wirwandern weiter und erreichen mit einem kurzen Abstecher am Osthang des Kümmelberges das Jagdschloss, den Golfplatz und die 1000-jährige Eiche auf der Höhe. Dort halten wir uns nach links und gehen am Rande des Golfplatzes entlang in den Wald Wir biegen am ersten Feldweg vom Bahnkörper nach rechts in den Kiefernhochwald ein und wandern auf einem bequemen Weg durch diesen schönen Mischwald mit einem großen Anteil an Laubbäumen, die sich im Herbst in großer Farbenvielfalt präsentieren. Nach geraumer Zeit biegen wir an einer Wegekreuzung rechtwinkelig nach links ab. Der angenehme Waldweg führt uns leicht abwärts nach Unterlangenstadt mit seinen historischen Gebäuden und dem Altarm der Rodach (Naturdenkmal 300 m; E - 2,5 km). Nach der Janusbrücke, vor dem Feuerwehrhaus, biegen wir nach rechts ab (und nicht erst kurz vor dem Dorfende auf den Geh- und Radweg), laufen an der Kirche vorbei und folgen dem Wiesenweg direkt an der Rodach und an dem Landschaftsschutzgebiet entlang. Wenn wir auf den Geh- und Radweg stoßen, ist es nicht mehr weit nach Redwitz mit seinem altehrwürdigen Schloss und der sehenswerten Pfarrkirche St. Ägidius (E - 2 km), die aus der Schlosskapelle hervorging. Zahlreiche historische Gebäude prägen das malerische Ortsbild. Wir gehen am Schloss und an sehr schönen, alten Häusern vorbei, überschreiten die Rodach, wenden uns nach links und laufen unter einer Brücke hindurch über das weite Tal der Rodach und über den Wehrsteg zu der 1835 erbauten Marktgraitzer Schneidmühle. Am klappernden Mühlrad vorbei gehen wir auf einem Feldweg aufwärts durch einen Wald und durch die Fluren zur Höhe, wo es sich lohnt (auch schon vorher), kurz zu verweilen, um die schöne Aussicht zu genießen. Der Blick reicht in das Obere Maintal, in das Coburger Land und zurück in den nun schon fernen Frankenwald. Wenn wir einen Abstecher zum Graitzer Spitzberg (371 m) machen, wird die Aussicht noch beeindruckender. Wir folgen dem Weg durch einen Hohlweg abwärts und erreichen durch das Graitzer Tor Marktzeuln (E - 2,5 km). Über das Rathaus lesen wir ("Oberfranken Offensiv"): "Über einem steinernen Sockelgeschoss aus dem Jahre 1577 wurde nach der Brandschatzung des ersten Hauses im Dreißigjährigen Krieg das Fachwerkhaus mit achteckigem Treppenturm errichtet..." Heute ist es Verwaltungssitz der Marktgemeinde (und Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln). Neben zahlreichen, das Ortsbild prägenden historischen Gebäuden ist die katholische Pfarrkirche sehenswert. In deren Neubau wurden historische Teile der bis in die zweite Hälfte des 13.Jahrhunderts zurück gehenden und 1958 abgebrannten Kirche einbezogen. Ausgrabungen belegen, dass bereits dort in der Jungsteinzeit eine Ansiedlung in Form einer Fliehburg bestand. Nach der Rodachbrücke laufen wir auf dem Hochstadter Weg in die freie Flur des weiten Maintales bis zur ersten Wegekreuzung. Dort biegen wir nach rechts ab und folgen dem Wirtschaftsweg bis zur Rodach. Unterwegs freuen wir uns über Blick auf den 535 m hohen Kordigast (Fränkischer Jura). Auf der letzten Wegestrecke, auf einem Wiesenweg mit einem Blick nach links auf Schwürbitz, wandern wir der nun schon mächtig gewordenen Rodach bis sich ihre Wasser in 269 m über NN in den Main, den Fluss der Franken, ergießen (2 km). Noch 1935 wurde die Rodachmündung reguliert, um den Flößern die Einfahrt in den Main zu erleichtern. Damit endet ein langer, abwechslungsreicher und immer angenehme Wanderweg.
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